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Flagge der Ukraine ![]() Staatswappen |
Territorium und Bevölkerung | Administrative Gliederung | Großstädte | Religion | Zeittafel | Grundriss Territorium und BevölkerungDie Ukraine ist mit einem Territorium von 603 700 km2 flächenmäßig der größte Staat in Europa. Es grenzt an Rußland und Weißrußland im Osten und Norden, an Polen, die Slowakei und Ungarn im Westen sowie an Rumänien und Moldawien im Süden. Die Karpaten im Westen und das Schwarze Meer sowie das Asowsche Meer im Süden bilden eine natürliche Grenze. Als wasserreichster und zugleich ökonomisch wichtigster Fluß durchzieht der Dnipro (Dnjepr) das Land von Nord nach Süd. In der Vergangenheit bildete er zugleich eine Grenzlinie, die das Land in Regionen mit unterschiedlicher historischer Entwicklung teilte. So gehörte das linksufrige Land über mehrere Jahrhunderte zu Rußland, während die westufrigen Landesteile abwechselnd unter der Herrschaft von Litauen, Polen und Österreich standen. Der größte Teil des ukrainischen Territoriums besteht aus einer Tiefebene mit fruchtbaren Schwarzerdeböden. Es herrscht gemäßigt kontinentales Klima. Die Einwohnerzahl ist seit einigen Jahren rückläufig und beträgt nach jüngsten Einschätzungen ca. 49,5 Mio. Etwa 73 % der Bevölkerung sind ethnische Ukrainer; eine starke ethnische Gruppe bilden Russen mit etwa 22 % (knapp 12 Mio.). Zu den weiteren in der Ukraine lebenden Nationalitäten zählen Weißrussen, Moldawaner, Bulgaren, Polen u.a. In den letzten Jahren kehren auch die Krimtataren in ihre Heimatsgebiete zurück; deren Anzahl auf der Krim liegt bereits knapp unter 300 000. Im Ausland leben mehr als 9 Mio. Ukrainer, davon etwa 2,5 Mio. in den USA und Kanada. Administrative GliederungDas Land ist verwaltungsmäßig in 24 Regionen (Oblast) und zwei Großstädte mit dem Status eines Oblasts (Kyjiw und Sewastopol) sowie in die Autonome Republik Krim unterteilt. Die Wirtschaftskraft der einzelnen Bezirke ist sehr unterschiedlich. Wichtige Industriezentren sind Kyjiw, Charkiw, Dnipropetrowsk, Donezk, Odesa, Saporishshja, Lwiw (Lemberg), Krywyj Rih, Mariupol, Mykolajiw, Luhansk u.a. Großstädte
Kyjiw (Hauptstadt) 2,6 Mio.
Charkiw 1,6 Mio.
Donezk 1,2 Mio.
Dnipropetrowsk, Odesa je 1,1 Mio.
Saporishshja 900.000
Lwiw 840.000
Krywyj Rih 780.000
Mykolajiw, Mariupol 500.000
ReligionVon der Konfession her sind die Ukrainer zum größten Teil orthodoxe Christen. Die orthodoxe Kirche in der Ukraine war zu Sowjetzeiten ein Exarchat der Russischen Orthodoxen Kirche. Nach der Unabhängigkeitserklärung trägt sie den Namen Ukrainische Orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats. Haupt der Kirche ist Metropolit Wolodymyr. Von dieser Kirche hat sich ein Teil des Klerus abgespalten, der nach der staatlichen Unabhängigkeit der Ukraine nicht mehr dem Moskauer Patriarchat unterstehen wollte. So entstand die Ukrainische Orthodoxe Kirche Kyiwer Patriarchats, die vom Metropoliten Filaret angeführt wird. Wieder entstanden ist die Ukrainische Autokephale Orthodoxe Kirche, die in den Jahren 1918-1922 erstmals bestanden hat und vom eigenen Patriarchen regiert wird. Die inneren Streitigkeiten in der UAOK in den Jahren 1995-1997 sind inzwischen beigelegt worden. In der früher zu Polen und Österreich gehörenden Westukraine (Zentrum Lwiw) verzeichnete seit 1989 die lange verbotene mit Rom Unierte Orthodoxe Kirche (Katholiken des byzantinischen Ritus) erheblichen Zulauf. Haupt der Kirche wurde der Kardinal und Großerzbischof Lubatschiwski, der 1991 aus Rom nach Lwiw zurückkehrte. Priesterseminare gibt es in Lwiw, Kyiw, Odesa und Iwano-Frankiwsk. Die in der Westukraine lebenden Polen sind römisch-katholisch. Seit 1991 gibt es einen römisch-katholischen Erzbischof in Lwiw. In Kyiw und Odesa gibt es darüber hinaus evangelische, und in vielen Großstädten - jüdische Gemeinden. Die zurückkehrenden Krim-Tataren bilden die moslemische Gemeinde. Immer stärker wird in der Ukraine der ökumenische Gedanke, daß alle hier existierenden orthodoxen Kirchen in einer Ukrainischen Orthodoxen Landeskirche vereinigt werden sollen. Diese These wird nicht nur von der Ukrainischen Orthodoxen Kirche Kyjiwer Patriarchats und der Ukrainischen Autokephalen Orthodoxen Kirche unterstützt, sondern auch von vielen Eparchien des Moskauer Patriarchats mitgetragen. Dieser interkonfessionelle Dialog verläuft in der Atmosphäre des gegenseitigen Vertrauens, im Sinne der christlichen Werte. Die Ukraine, wo es eine der größten orthodoxen Gemeinschaften im globalen Kontext gibt, ist voll berechtigt, eine eigene orthodoxe Landeskirche zu bilden. Es muß aber hervorgehoben werden, daß die Russische Orthodoxe Kirche gegen die ökumenische Vereinigung der ukrainischen Orthodoxie und somit gegen die Bildung einer Ukrainischen Orthodoxen Landeskirche eintritt. Denn in diesem Fall wird die Russische Kirche die Positionen der weltweit größten orthodoxen Kirche wohl verlieren müssen. Kein Wunder: mehr als 50% aller Gemeinden des Moskauer Patriarches Alexij II. befinden sich heute ausgerechnet auf dem Territorium der Ukraine. Zeittafel
GrundrissDie Ursprünge des ukrainischen Staates gehen auf die Kyjiwer Rus (Fürstentum) zurück, die sich im 9.Jh. herausbildete und mehrere ostslawische Stämme vereinigte. Als die Rus im 13.Jh. zerfiel, entstanden mehrere Fürstentümer, darunter das Fürstentum Halytsch-Wolynien, das als erster selbständiger Staat auf ukrainischem Boden gilt. Im 14.Jh. kam der Westen des Territoriums an Galizien, während der Süden und der Osten des Landes für mehrere Jahrhunderte an das Großfürstentum Litauen fielen. In dieser Zeit findet erstmals die Bezeichnung "Ukraine" auf die Völkerschaft der Ukrainer Anwendung, die sich inzwischen als ethnische Einheit mit eigener Sprache formiert hatte. Im Jahre 1569 wurde die litauische Herrschaft durch das polnische Königreich abgelöst. Seit 1654 wurde die Ukraine schrittweise in das Russische Reich integriert. Der Westen der Ukraine - die Provinzen Galizien und Bukowina - kamen jedoch unter die Herrschaft von Österreich-Ungarn. Sowohl in der Zeit der Zugehörigkeit zum polnischen Königreich als auch zunächst innerhalb des Russischen Reiches genossen die Ukrainer weitgehende Autonomie. In diese Epoche fällt die Blüte des ukrainischen Kosakentums, das symbolhaft für Freiheitsliebe und militär-demokratische Lebensformen steht. Höhepunkte in seiner Entwicklung erlebte es zunächst im 16.Jh. mit der Saporisher Sitsch und später Mitte des 17.Jhs. im zweiten Kosakenhetmanat unter Bohdan Chmelnyzkyj und zuletzt unter dem Hetman Iwan Masepa. In mehr als zwei Jahrhunderten hatte es sich auf weite Teile der Ukraine ausgedehnt. Unter der Herrschaft des russischen Zaren Peter des Großen (1689 bis 1725) gewann das ukrainische Territorium an wirtschaftlicher und strategischer Bedeutung, im Mittelpunkt stand der Zugang zum Schwarzen Meer. Die Autonomie der Kosaken wurde jedoch durch ihre Aufsplitterung und Umsiedlung zurückgedrängt. Bereits zum Ausgang des 18.Jhs. galt die Ukraine als russisches Kernland. Der Adel wurde weitgehend russifiziert. Das auch als Kleinrußland bezeichnete Agrarland verharrte allerdings in großer Rückständigkeit. Erst nach 1860, als die Industrialisierung einsetzte, wurden die Bauern aus der Leibeigenschaft entlassen. Ende des 19.Jhs. war die Ukraine zum wichtigsten Kohle- und Stahllieferanten innerhalb des Russischen Reichs geworden. Nach der Oktoberrevolution 1917 erlangte die Ukraine für eine kurze Zeit politische Selbständigkeit, doch im Jahre 1922 wurde sie zwangsläufig als ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik in die UdSSR integriert. Als Folge des russisch-polnischen Krieges wurden die westlichen Landesteile mit der Hauptstadt Lwiw 1921 an Polen abgetreten. Die Sowjetepoche brachte zwar eine beeindruckende wirtschaftliche Entwicklung, die Industrialisierung schritt rasch voran. Der Preis hierfür war jedoch hoch. Die Zwangskollektivierung in der Landwirtschaft während des ersten Fünfjahrplans löste eine große Hungersnot aus, die etwa 7 bis 8 Millionen Menschenleben forderte. Der Zweite Weltkrieg brachte der Ukraine riesige Zerstörungen, die menschlichen Verluste gehörten zu den größten in Europa. Als bei Kriegsende Galizien und Transkarpatien nach jahrhudertelanger Trennung zum Mutterland zurückkehrten, war die Ukraine unter sowjetischer Herrschaft erstmals geeint. Im Jahre 1954 trat die Russische Föderative Sowjetrepublik die Halbinsel Krim an die Ukraine ab. Am 16.Juli 1990 nahm das Parlament der Ukraine die Souveränitätserklärung an. Ihr folgte im August 1991 die Annahme der Unabhängigkeitserklärung. Über 90 Prozent der Bevölkerung der Ukraine sprachen sich bei dem Volksentscheid im Dezember 1991 für die Unabhängigkeit ihres Landes aus. Gleichzeitig wurde der schon zu Sowjetzeiten wirkende Parlamentspräsident der Ukraine, Leonid Krawtschuk, als erster Präsident des Landes bestätigt. Bei den Wahlen im Juni 1994 wurde Leonid Kutschma zum zweiten Präsidenten der Ukraine gewählt. Im November 1999 wurde Kutschma für die zweite 5-jährige Amtszeit wiedergewählt. |
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